Der Abend senkte sich langsam über das Haus.
Das letzte Licht lag weich auf den Feldern, während im Inneren bereits die Lampen brannten.
Warm. Ruhig. Unveränderlich.
Er trat ein und schloss die Tür hinter sich leise.
Madame Molly M. saß in ihrem Sessel.
Sie sah auf.
Ein kurzer Blick mehr nicht.
Keine Begrüßung.
Und diesmal erwartete er auch keine.
Er blieb stehen, bis sie mit einer kleinen Bewegung auf den Platz gegenüber deutete.
Er setzte sich.
Stille.
Nicht unangenehm.
Nicht leer.
Eine Stille, die Raum hatte.
Madame Molly M. nahm ihre Tasse, trank einen Schluck, stellte sie wieder ab.
Jede Bewegung ruhig, selbstverständlich, als würde der Abend genau so verlaufen müssen.
Draußen wurde es dunkler.
Das Ticken der Uhr wurde hörbar.
Der Wind strich leise über das Dach.
Sie sprachen nicht.
Und doch fühlte sich der Raum voller an als sonst.
Kein Bedürfnis nach Fragen.
Keine Erklärungen.
Nur gemeinsame Anwesenheit.
Madame Molly M. lehnte sich zurück und schloss für einen Moment die Augen.
Er bemerkte, wie seine eigene Unruhe verschwand.
Zum ersten Mal suchte er keine Bestätigung.
Er musste nichts richtig machen.
Nichts beweisen.
Ein Abend ohne Worte verlangte Vertrauen.
Nach einer langen Weile öffnete sie wieder die Augen.
Ihr Blick traf seinen.
Ruhig. Warm. Bestimmt.
Ein kaum sichtbares Nicken.
Mehr Anerkennung hätte nicht existieren können.
Die Nacht legte sich über das Haus.
Und er verstand:
Manchmal ist Nähe nicht das, was gesagt wird sondern das, was gemeinsam ausgehalten wird.
Der Abend verging.
Ohne Worte.
Ohne Befehle.
Und genau deshalb blieb er lange in Erinnerung.